20-11-08

Mein Mann

muss bereit sein, sich mit mir in verlassene Gebäude - vorzugsweise Herrenhäuser oder Fabrikgebäude - reinzuschleichen und - wenn's ihn oder mich überkommt - auch das ein oder andere Souvenir mitzunehmen. Mit erotischen Intermezzi ist außerdem zu rechnen. Bisher hat das nur einer mitgemacht - in der Bretagne und der hat ziemlich gelitten. Dabei war es helllichter Tag! Nachts wär auch nix für mich, da seh' ich ja nix.
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books and more - 2008/11/20 01:04

Ich weiß ja nicht, was Sie da so mitnehmen wollen, aber Sie haben in jedem Fall meine Sympathie für solche Neigungen! Für schwere Gegenstände empfiehlt sich übrigens die Mitnahme eines oder zweier Tragegurte, für's Reisetäschchen tut's auch Bergsteiger-Flachband; kann man sich dann mit Knoten auf die passende Länge einstellen. Dazu ein kleiner Engländer, der ist verstellbar und spart Ihnen Gewicht :-)

schneck08 - 2008/11/20 01:11

und einen wagen, der dann auch anspringt, wenn er soll.
nanou - 2008/11/20 01:15

'Lieber kl*** (der Mann hat Recht; es muss heißen) RETTEN als shoppen'
Die (sprichwörtlichen) Pferde würde ich links liegen lassen - mich interessieren mehr wohntechnisch brauchbare und interessante Dinge. ... Danke für Ihre Anregung zur Ausrüstung. Diese 'Engländer' haben es überhaupt in sich - vor allem die, welche auf'm Gut wohnen ...

Ah, Herr Schneck - das ist verdammt wichtig! Ein Combi wäre nicht schlecht... platztechnisch gesehen ... Sie sind ein guter Fahrer, habe ich gesehen ...
schneck08 - 2008/11/20 01:30

sie sagen "klauen", ich sage: "retten"! ich klaue nicht, liebe frau nanou, und ich habe das auch noch niemals getan. wichtig leertüten, wissen, taschenlampe und vor allem geduld. und natürlich der wagen, zum sichern.
books and more - 2008/11/20 01:33

Stets im Dienst der Kulturhistorie!

Selbstlos setzte sie das kleine Brecheisen an. Die Messingbeschläge der Gartentüre hatte sie schon abgeschraubt und kratzgeschützt in Leertüten verpackt (mit Originalschrauben, selbstverständlich). Sie blickte noch einmal um sich und lauschte. Nein, nur der Wind war zu hören im Garten dieses verlassenen kleinen Herrenhauses im Herzen der Bretagne ...
schneck08 - 2008/11/20 01:54

...und plötzlich der kegel einer polnischen taschenlampe, welcher das gewülstete fangbecken des marmornen gartenwassers, übrigens einem kleinen satyr aus irischem tuff (umsäumt von grünen gräsern), dessem nabel ein kupfernes röhrchen entragte in angelaufenem grünspan mitsamt dem quell aus der vormaligen eselspumpe, wie sie ja hier gäbe und gang gewesen, beleuchtete. mit spitzen fingern und einem frischen baumwolllumpen entfernte sie die spuren ihrer lust, nicht ohne sich dem...
yonosequepasara - 2008/11/20 07:52

...Gedanken an eine Wiederholung (vielleicht auch ein andermal, andernorts?) erwehren zu müssen. Aber weiter! Die Beschläge waren ja quasi nur so nebenbei gerettet worden. Ihre Mission galt dem Gegenstand auf einem kleinen, verstaubten Tischchen mit Intarsien und geschwungenen Beinen, das in einem sonst leeren Zimmer am Ende des Flurs im ersten Stock stand. Sie hatte es bei ihrer ersten, spontanen Aktion entdeckt, aber nicht das notwendige Werkzeug bei sich gehabt. Ihr Gefährte hielt sich nun wieder dicht hinter ihr - zu ungewohnt war die Situation für ihn, und so überließ er ihr gerne die Führung. Als Sie die geschwungene Treppe, die vormals wohl ein schwerer Läufer bedeckt hatte, betraten,...
nanou - 2008/11/20 08:34

@ schneck
Ich bin so ungern 'frau' nanou -
ansonsten haben Sie so Recht: Klauen - brrrr! Die schönen Dinge mussten tatsächlich GERETTET werden - vor dem weiteren Verfall z.B.!
Also, was is jetzt autotechnisch gesehen? Sind Sie dabei?
nanou - 2008/11/20 08:36

@ Books..., Schneck et Yono
Sie testen nicht gerade eine kleine Passage für Ihre Kurzgeschichte, nein?
yonosequepasara - 2008/11/20 08:39

Wo denken Sie hin! Das hat sich nur so rein zufällig ergeben...
:-)
nanou - 2008/11/20 08:40

@ Books... und überhaupt alle:
Sie wissen nicht, WIE sorgfältig ich seit einiger Zeit mit Schraubenzieher etc. umgehe. Vor wenigen Tagen erst erhielt ich eine Lehrstunde meiner Mutter (über 60, nur so nebenbei) im Einsatz IHRER Flex beim Steineschneiden. Nun, der Apfel fiel nicht weit ... Sie wissen schon.

Und SELBSTVERSTÄNDLICH wünsche ich mir vom Liebsten ganz selbstlos ein hübsches kleines Brecheisen oder einen Engländer ... zum Fest ... äh, ja ...
books and more - 2008/11/20 08:55

... "Heiliger Wojtyła!" rief der muskulöse junge Pole, als er die pikante Szenerie erblickte, die sich ihm dort bot. Auf dem barocken Konsoltisch, den er und sein Spießgeselle eigentlich ...
nanou - 2008/11/20 17:52

@ Yono. - Ich frag einfach mal direkt: Können wir - also mehr Sie - bei Ihrem morgendlichen Beitrag nicht den letzten Teil --- äh --- retouchieren? Ab der Stelle mit dem Gefährten, denn die passt nicht wirklich dazu, mein ich.
Nanou, Lektorin
yonosequepasara - 2008/11/20 18:00

Selbstverständlich. Auch wenn es gegen die Freiheit der Kunst verstößt....
*seufz, gaaaaanz beleidigt tuend*

[Ich mag es, wenn sie so direkt ist]
:-)
g a g a - 2008/11/20 02:31

bei solchen qualifizierten Kommentaren kommt man doch gerne zurück an den Blog-Arbeitsplatz!

"in der Bretagne und der hat ziemlich gelitten"

Ich genieße gerade dieses Bild.
;-)

nanou - 2008/11/20 08:44

Ich GENOSS diese Aktion - ich als Heldin und der ordentliche Herr Professor, der so etwas vorher noch NIE erlebt hatte (und nach mir bestimmt auch nicht, hehe) und dem mal heiß und kalt wurde. Wovon, das ist ja wohl selbstredend klar.
Anousch O. - 2008/11/20 12:44

Ich bin vor vielen Jahren mit meinen damaligen Lover (dem Geheimrat) mal nächtens über den Zaun zu Goethens Gartenhaus geklettert, um dort abseits der Touristerei ein wenig herumzustreifen. Ziemlich bald jedoch kam ein Polizeiwagen leise herangerollt, so als wollten sie die Eindringlinge nicht stören. Wir schlichen uns pochenden Herzens im Schutz der Gesträucher davon und hatten abschließend noch einen ziemlich hohen Zaun zu überwinden. Wir versteckten uns nun hinter einem Baum, vermutlich einer Eiche, und beobachten das Flackern der Taschenlampen. Dann fuhr das Polizeiauto wieder davon.
Schließlich haben wir uns unter dem Baum geliebt, wir wir Romantiker das damals noch nannten. Es war Januar, doch davon haben wir nichts gespürt.

nanou - 2008/11/20 13:58

Deine Erzählung zeigt mir, dass du mich verstehst und offen gestanden: Ich bin heute romantischer denn je. -
Rein zeitmäßig sind wir beide hingegen etliche Jährchen auseinander (doch, doch, glaub es ruhig) und wenn du dann von 'vor vielen Jahren' sprichst, dann löst dies in mir ein eigenartiges Wahrnehmen von Alter aus. Schitt ... ich' fühl mich gar nicht so ... wie die anderen mir in diesem Alter rüberkommen.
yonosequepasara - 2008/11/20 14:21

Dann lassen Sie doch die anderen 'die anderen' sein - Sie sind gerade recht so!
:-)
Ich denk mir: wer sich jünger fühlt, bleibt es auch. Was bedeuten da Zahlen...
books and more - 2008/11/20 17:42

@Nanou

Sie junges Ding, Sie kokettes!
yonosequepasara - 2008/11/20 17:45

Und wieder beschämen Sie mich Herr Books. Ganz zu Recht.
books and more - 2008/11/20 17:46

Hups? War gar nicht meine Absicht!!
books and more - 2008/11/20 17:47

@Anousch in Weimar

Tolle Geschichte. Über Zäune klettern ist allgemein klasse. Habe ich meinen Töchtern auch beigebracht :-)
yonosequepasara - 2008/11/20 17:48

Ich weiß - ganz selbst schuld. Ich sehe, in Sachen "being a gentleman" darf ich noch was lernen...
:-)
Kurz, prägnant, sagt alles - sehr schön!
twoblogs - 2008/11/21 02:42

Ich war einmal mit einem Herrn und einer Dame in einem Friedhof spazieren, und zwar auf dem Père-Lachaise.
Also vor drei Jahren, im August, liebe nanou, um genau zu sein. Wir hatten die Absicht, möglichst viele Graeber
von Beruehmtheiten zu besuchen und dort auch, wenn vorhanden, einen kurzen Text zu rezitieren. Das war die Idee
des Herrn gewesen. Die Dame schleppte die Bücher. Ich sollte, wie das haeufig der Fall, die Sache dokumentieren.

Der Friedhof schliesst vom April bis Oktober um 18 Uhr. Ploetzlich hatte die Dame einen provokanten Vorschlag:
wir sollten diesen Zeitpunkt voruebergehen zu lassen und uns, falls notwendig, so lange verstecken, bis uns niemand
mehr daran hindern konnte, die Nacht oder auch nur eine halbe Nacht auf dem Areal des Friedhofs zu verbringen.

Wir verbrachten die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit mit kleinen stichelnden Streitereien, Scherzreden und leisem
Vorlesen. Wir stritten über laecherliche Dinge, etwa in welcher Reihenfolge wir nach einer gewissen Wartezeit weitere
Graeber aufsuchen wollten und wer verantwortlich sein wuerde, sollten wir entdeckt werden.

Mit zunehmender Dunkelheit wurde die Stimmung besser. Mir erschien die Dame immer schoener, der Herr
immer uninteressanter. Er schlug aber interessante Dinge vor. Er wollte schliesslich den Camcorder an sich
nehmen, die Rolle des Voyeurs uebernehmen und uns fuer unsere schauspielerischen Kuenste bezahlen.

Die Dame, etwa 15 Jahre aelter als ich, von erstaunlicher Schoenheit, aber auch Charakterstaerke, begann ihn
zu beschimpfen, und befahl ihm, den Lakai abzugeben, zu mehr sei er nicht faehig etc. Er sollte uns also bedienen
und sich nicht so chauvinistisch aufspielen.

Es ging letzten Endes um einen distanzierten Genuss, der aber mehr als einen Touch Zaertlichkeit dadurch erhielt,
dass wir ja einander zumindest Zeugen waren. Es ging aber nicht um Entbloessung, sondern um Einbildungskraft.

Wir waehlten uns Namen aus, etwa Oscar Wilde, Jim Morrison und Edith Piaf und sprachen
uns auch als solche an. Das war dann der Deckmantel, unter dem wir leichter
eine gewisse Hemmungslosigkeit entwickeln konnten. Letzten Endes ging es darum, wer – und je
dunkler es wurde, desto einleuchtender war diese Idee – in der Lage war, ohne Zuhilfenahme der Haende in
Gesellschaft dieser vielen bedeutenden Toten die meisten Orgasmen zu erleben.

Passt gut zu meiner Stimmung, es ist 2.40, und ich bin noch nicht muede. Sie schon?

Bonnui Audrii

nanou - 2008/11/21 14:24

Um die Uhrzeit schlief ich tief und fest.
Ihre Erzählung ist reich an Interessantem, wenngleich ich beim Lesen auch nicht den Wunsch verspürte, dabei gewesen zu sein.
Erst rezitieren auf'm Friedhof - warum nicht? Schöne Idee.
Dann Sticheleien über Verantwortung (bei Entdeckung) und Dominanzspielchen (wer was tun soll) - nicht so meins.
Dann (FALLS ich das richtig verstanden habe) gemeinsames Ona*** mit Wettbewerbscharakter in der Einbildung (oder auch nicht?) - Überhaupt nicht meins.
Hm. Und Ihnen gefiel das? Hm.
twoblogs - 2008/11/22 02:32

Ist schon weder 2.06, und Sie schlafen schon!;-)

Es war damals ein verdrehter Dreier, wobei nur das
Rezitieren von Texten vor Graebern der Plan war.
Insofern waer jemand vierter vielleicht unerwuenscht
gewesen. (Zu dritt etwas tun, ist sowieso schon
komplex genug.) -Waer aber andererseits noch
mehr Spannung hinzugekommen.

Wenn so etwas beginnt, wird die Fortsetzung von
Faktoren bestimmt, die vorher nicht bekannt waren.
Dh es gibt Regelbrueche, und die machen Lust.
In diesem Fall war der Regelbruch zuerst, dass wir
uns einschliessen lassen wollten. Dann aber,
dass der Wortverkehr mit den Toten fortgesetzt
werden sollte, das aber dann eine gewisse
Fiebrigkeit auftauchen liess, die wir uns zuerst
nicht eingestehen wollten.

Mein Interesse an der schoenen "Odaliske" wurde
durch ihr Domina-Verhalten dem Herrn gegenueber
schnell verstaerkt.

Vielleicht liegt das ausserhalb ihres Wunschspektrums.
In ihrem jedenfalls war das, was Sie "gemeinsames Ona***
mit Wettbewerbscharakter" nennen, nicht ausgeschlossen.
In meinem auch nicht, nicht wegen des Wettbewerbs,
sondern wegen der Zaertlichkeit.

Stellen Sie sich doch vor, Sie stehen einer Frau gegenueber
und betrachten Sie dabei - liebevoll - , wie Sie sich unvermerklich
einem "Ona***" annaehert, waehrend Sie - nicht jede Frau ist dazu
in der Lage - ebenso im Stehen aufgrund ihrer speziellen
Technik, die Sie schon z B in Universitaetsbibliotheken, in
Kinos, Bars, Cafés etc. praktiziert haben, zur einer
Parallelitaet zu kommen versuchen. Denken Sie dabei
an eine etwas verfremdete Opernarie, waehrend der Mann
in einer gewissen Entfernung nur mehr der Zuschauer
wird, dessen moeglichen Faehigkeiten keine Rolle mehr
spielen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie - wenn Ihnen Ihr
Gegenueber begehrenswert, intelligent, witzig etc.
erscheint und Sie es auch riechen koennen (im woertichen
Sinne) da Bedenken haben wuerden, nach einem so
spielerischen Anfang. Hm! Eigentlich bin ich ueberzeugt,
dass Sie sich da keineswegs ausschliessen wuerden!;-)
Bonnui! Audrii

Aktuelles hier

Ebenfalls Alles Gute...
Ebenfalls Alles Gute und schöne Grüße...
Puddingschnittchen (anonym) - 2009/07/03 06:24
oh yeah!
oh yeah!
g a g a - 2009/07/03 01:47
Ich schließe mich...
Ich schließe mich den Glückwünschen...
Eugene Faust - 2009/07/03 00:38
Da hätt' ich sogar...
Da hätt' ich sogar sehr viel Lust zu...
nanou - 2009/07/03 00:15

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